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Vietnam

Karte Vietnam

Einst hauptsächlich bekannt durch den Vietnamkrieg erlebt das Land seit vielen Jahren einen anhaltenden Wirtschaftsaufschwung und entwickelt sich immer mehr zu einem hochinteressanten Urlaubsziel.

Längst befindet sich das Land in einer aufstrebenden Modernisierung, die vor allem in den großen Städten stattfindet. Jedoch findet man auch weiterhin die altehrwürdigen ockergelben Bauten aus der Kolonialzeit, die einzigartigen Gärten und grünen Alleen sowie die Kulturgüter der Vergangenheit.

Dringt man weiter in das Landesinnere vor, so entdeckt man neben den verschiedensten malerischen Landschaften die Vielfältigkeit Vietnams in seiner kulturellen Entwicklung. Vor allem die unterschiedlichen Klimazonen und die verschiedenen Landschaften haben dafür gesorgt, dass Vietnam zu einem der wenigen Länder der Welt gehört, die eine riesige Vielfalt an Tieren und Pflanzen beherbergt. Unsere Individualreisen können Sie mit eigenem Fahrer und persönlicher Reiseleitung buchen.

Beste Reisezeit Vietnam:
Häufig werde ich von meinen Kunden gefragt, wann die beste Reisezeit für Vietnam sei. Nach Vietnam kann man ganzjährig reisen, es gibt keine „beste Reisezeit“, da das Land fast 1800 km lang ist und dadurch verschiedene Klimazonen hat. Egal wann Sie reisen, Sie werden landesweit unterschiedliches Wetter erleben.

Wenn Sie in der Hochsaison von November bis März reisen, sollten Sie rechtzeitig buchen, damit Sie gute Flugpreise erhalten. Vor allem für die Insel Phu Quoc ist es schwer Unterkünfte zu bekommen, wenn Sie kurzfristig buchen.

Wenn Sie die Wärme und die hohe Luftfeuchtigkeit vertragen können, ist die Nebensaison ideal. Die Flüge sind günstiger, die Hotels sind nicht überfüllt, Sie bekommen noch mehr Aufmerksamkeit und Service, weil sich die Hoteliers gerne um die wenigen Kunden kümmern. In den Monaten Juni und August kann es im Süden schon mehr regnen. Die Flugpreise in den Sommerferien können teurer sein.

Meine Empfehlung ist, wenn Sie von April bis September reisen, Sapa zu besichtigen! Die Gegend um Sapa und die Hoang Lien Son Gebirge sind in diesen Monaten sehr schön. Dieses Gebiet ist bekannt für die wunderschönen Reisterrassen und die dort lebenden Bergstämme H‘mong, Dao und Tay.

Ganz egal, wann Sie nach Vietnam reisen, Sie werden hier und dort mal nicht so schönes Wetter haben. Wenn es regnet, regnet es stark und kurz und es ist ein warmer Regen. Danach kann man den schönen Sonnenschein wieder genießen. Also haben Sie keine Angst vor dem Regen oder der Wärme. Die jahrtausendealte Geschichte dieses wunderschönen Landes mit den freundlichen Menschen, dem guten Essen, den wunderschönen Resorts und den endlosen Stränden, das alles entschädigt für das „nicht immer so perfekte“ Wetter.

Vietnam – die lange Küste voller Kontraste

Zeitunterschied:
MEZ + 6 Stunden
Sommerzeit + 5 Stunden

Währung:
Die Währung in Vietnam sind die Vietnamesischen Dong (VND)
1 Euro entspricht ca. 27.000 Dong (Stand: September 2021).

Am besten können Sie Euro vor Ort gegen VND tauschen. Travellerschecks und Bargeld werden in Hotels, Banken oder bei lizensierten Geldwechslern getauscht. Die gängigen, internationalen Kreditkarten werden nahezu überall akzeptiert. Einige Restaurants und auch die Reiseleiter nehmen zudem auch USD an. EC-Karten mit Maestro-Zeichen funktionieren außerdem an vielen Geldautomaten, um Bargeld abzuholen.

Preisniveau in Vietnam:
Das Essen in kleineren Restaurants bewegt sich um die 2-4 €, ein T-Shirt beim lokalen Händler liegt bei 2 €. Eine Übernachtung im einfachen Hostel schlägt mit ca. 10 € zu Buche.

Einreisebestimmungen, Visum (vor der Corona-Pandemie):
Bei einem Aufenthalt bis maximal 15 Tage vor Ort können deutsche Staatsbürger ohne Visum in Vietnam einreisen. Diese Regelung gilt, wenn mindestens 30 Tage seit der letzten Ausreise aus Vietnam vergangen sind. Es wird empfohlen, einen Ausdruck des Rückflugtickets mitzuführen, um es bei Einreise vorlegen zu können.

Bei einem Aufenthalt von 16 oder mehr Tagen in Vietnam oder einer mehrmaligen Einreise ist ein Visum nötig. Das Visum können Sie bei dem zuständigen Konsulat beantragen. Außerdem besteht die Möglichkeit ein elektronisches Visum oder das Visum bei der Einreise „Visa on arrival“ einzuholen.

Zu beachten ist, der Reisepass bei der Einreise muss noch mindestens 6 Monate gültig sein.

Bei einer Einreise über Land empfehlen wir das Visum vorab bei der Botschaft zu beantragen.

Seit der Corona-Pandemie ändern sich die Bestimmungen kurzfristig. Gerne informieren wir Sie.

belebte Straße Vietnam

Bevölkerung
Ca. 88% der Bevölkerung sind ethnische Vietnamesen. Daneben gibt es noch 53 ethnische Minderheiten, die anerkannt sind. Deren Zugehörigkeit äußert sich u. a. durch die unterschiedliche Kleidung. Vor allem im Norden Vietnams geben die unterschiedlichen Bergstämme ein farbenfrohes Bild ab.

Sprachen
Heutzutage werden neben der offiziellen Sprache Vietnams vermehrt Fremdsprachen gelernt.
Besonders Englisch ist unter jungen Leuten in Hanoi, Saigon, Hue, Da Nang und anderen Städten sehr in Mode. Touristenführer sprechen Englisch, Französisch, Russisch, Chinesisch, Japanisch und Deutsch.

Klima
Vietnam weist ein sehr unterschiedliches Klima aus. Im Norden herrscht ein gemäßigtes tropisches Wechselklima. Die Sommermonate sind heiß und feucht. Die Winterzeit ist vor allem in den Bergen kühler, die Temperatur kann auf 0 bis 10 Grad sinken.

Im mittleren Teil Vietnams können von Oktober bis Dezember heftige Überschwemmungen und Taifune auftreten. In der Herbstzeit raten wir Ihnen ab, diese Region zu bereisen. Schönes Badewetter ist dafür im Frühjahr und Sommer (April bis August).

Im Süden findet man tropisches Klima vor, d.h. es ist das ganze Jahr über warm bis sehr heiß. Hinzu kommt die Regenzeit.

Vietnams Landschaft ist atemberaubend und vielseitig zugleich. Im Norden finden sie eine Gebirgslandschaft deren Merkmale u.a. die Steinwälder und die üppigen Reisterrassen sind. Im Nordosten befindet sich die Halong Bucht, wohl der bekannteste Naturschauplatz Vietnams. Auf der Reise weiter zur Landesmitte durchqueren sie die großflächigen Reisfelder, aus denen riesige Kalkfelsen ragen. Im Süden sticht vor allem das fruchtbare Mekong Delta heraus, das dicht besiedelt ist.

Vor allem die unterschiedlichen Klimazonen und die verschiedenen Landschaften haben dafür gesorgt, dass Vietnam zu einem der wenigen Länder der Welt gehört, die eine riesige Vielfalt an Tieren und Pflanzen beherbergt. Leider ist diese durch die fortschreitende Zerstörung der Wälder stark bedroht. Bisher sind 275 Säugetierarten, 820 Vogelarten, 180 Reptilienarten und 80 Arten an Amphibien bekannt. Elefanten und Fische, von denen es in Vietnam ca. 2.600 verschiedene Arten gibt, zählen sicher zu den bekanntesten Tieren, jedoch auch Wildkatzen und Affen kann man in Vietnam finden. Eines der wichtigsten traditionellen Tiere in Vietnam ist der Wasserbüffel. Diese werden als Zug- und Lasttiere benutzt und spielen auch bei der Reisernte eine wichtige Rolle. In Vietnam wurden bis jetzt 7.000 verschiedene Pflanzenarten gezählt, aber die gesamte Bandbreite wird auf etwa 12.000 geschätzt. Zu den wichtigsten Pflanzen in Vietnam zählen Tee, Kaffee, Kautschuk, Tabak und natürlich der Reis. Die Reisplantagen ziehen sich wie ein roter Faden durch das Landschaftsbild Vietnams. Vor allem in den beiden Reiskammern des Landes, dem Mekong-Delta im Süden und dem Delta des Roten Flusses im Norden. Pickende Wasserhühner und schwerfällig trabende Wasserbüffel unterstützen die Bauern bei dem unendlich mühsamen Prozess, Reisfelder zu bepflanzen und zu ernten. Die gleichmäßig über das Jahr verteilten Niederschläge und die ganzjährig hohen Temperaturen bescheren Vietnam verschiedene Wälder. In den Überschwemmungsbereichen des Flussdeltas und Meeresküsten gibt es viele Sumpf- und Mangrovenwälder. Wegen der ständigen Überflutung gibt es in Sumpfwäldern kein Unterholz, dafür aber Schlingpflanzen die ohne Bodenkontakt auf anderen Pflanzen leben. Außerhalb der küstennahen Überschwemmungsgebiete ist der tropische Tieflandwald, in dem es 40 bis 100 verschiedene Baumarten gibt. Heutzutage nimmt der Wald nur noch knapp 20% der Gesamtfläche des Landes ein und wäre die Waldzerstörung vorgesetzt worden, wäre der Wald bis heute völlig verschwunden.

Kleidung
Man sollte atmungsaktive und gut waschbare Sommerkleidung im Gepäck haben. Bei Reisen in den Norden sollte man von Ende Oktober bis Ende März zusätzlich auch Pullover bzw. Jacken mitnehmen. Gute Sonnenbrillen, Lichtschutzcremes, Kopfbedeckung und Regenschutz sind das ganze Jahr über empfehlenswert.

Gesundheits- und Sicherheitshinweise
neben den aktuellen Corona-Bestimmungen

Impfvorschriften
Bei Einreise direkt aus Europa gibt es keine vorgeschriebenen Impfungen. Der Nachweis einer Gelbfieberimpfung ist erforderlich für alle Reisenden, die aus Gelbfieber-Infektionsgebieten einreisen.

Typhus und Hepatitis A
Bei Reisen unter einfachen hygienischen Bedingungen (z.B. Rucksack- und Trekkingreisen) in Regionen mit erhöhtem Typhus-Vorkommen, ist ein Typhus-Impfschutz sinnvoll. Bei Reisen in Länder mit einem erhöhten Hepatitis A-Vorkommen sollte ein Hepatitis A-Impfschutz in Erwägung gezogen werden.

Um die Infektionsgefahr von Krankheitserregern durch verunreinigte Speisen oder Getränke zu minimieren, sollten stets sorgfältige Nahrungsmittel- und Trinkwasser-Hygienemaßnahmen durchgeführt werden. Wasser sollte nur abgekocht und Mineralwasser nur aus ungeöffneten Flaschen getrunken werden.

Malaria und Tollwut
Kein Übertragungsrisiko von Malaria besteht in Großstädten (z.B. Ho Chi Minh City/Saigon, Hanoi, Haiphong, Da Nang), in den Küstenregionen nördlich von Nha Trang sowie im Mündungsgebiet des Roten Flusses. Ganzjährige Risikogebiete befinden sich vor allem in den drei zentralen Hochlandprovinzen Dak Lak, Gia Lai und Kon Tum sowie im Mekong-Delta.

Als Schutzmaßnahme vor Mückenstichen wird empfohlen, langärmelige Shirts und lange Hosen mit Socken zu tragen, Sprays, Cremes, Lotionen, Moskitonetze, etc. zu verwenden und Medikamente (Standby-Therapie) zur Behandlung von Malaria mitzuführen.

Reisende in Gebiete mit erhöhtem Tollwut-Vorkommen (z.B. durch Hunde, Fledermäuse, Katzen) und/oder erhöhter Infektionsgefahr (z.B. durch Langzeitaufenthalte, Rucksack- und Abenteuerreisen) sollten sich durch eine aktive Schutzimpfung gegen Tollwut schützen. Als wichtigste Verhaltensmaßnahme für Reisende gilt, freilaufende Tiere (v.a. Hunde und Katzen) nie zu streicheln oder zu berühren. Bei Bissverletzungen oder bei Blut- bzw. Speichelkontakt durch streunende Tiere ist umgehend ein Arzt bzw. medizinische Hilfe aufzusuchen.

Diese Informationen dienen nur als Orientierung, bitte lassen Sie sich zusätzlich von Ihrem Arzt beraten.

Sicherheit
Es gibt nur relativ geringe Gewaltkriminalität gegen Ausländer, aber eine starke Gefährdung geht vom Straßenverkehr aus. Bei der Anzahl der Verkehrstoten rangiert Vietnam in der Weltstatistik ganz oben. Außerdem ist in Touristengebieten auf Taschen- und Gepäckdiebstähle zu achten. Generell wird empfohlen, nur mit offiziellen Taxiunternehmen zu fahren. Bei öffentlichen Verkehrsmitteln kommt es häufiger vor, dass „Vermittler“ Transportdienstleistungen zu stark überhöhten Preisen anbieten, da sollten Sie nur den offiziellen Ticketverkaufsstellen vertrauen.

Sollten Pässe, Bargeld, Reiseschecks oder sonstige Wertgegenstände abhanden gekommen sein, ist der Verlust direkt vor Ort bei der Polizei anzuzeigen.

Saigon Kreisverkehr

Essen

„Es lohnt sich alleine, wegen des Essens nach Vietnam zu reisen“ ist ein Lieblingszitat von mir.

Wenn Sie nach Vietnam reisen, sollten Sie unbedingt viele Gerichte ausprobieren. Die vietnamesische Küche gilt nicht umsonst als eine der besten auf der Welt. Sie ist sehr vielfältig, gesund und sie wird oft mit vielen frischen Kräutern, Salaten oder Gemüsen zubereitet. Um die vietnamesische Gerichte kennenzulernen, sollten Sie unbedingt einmal ausprobieren in den Garküchen zu essen. Haben Sie keine Angst vor dem was Sie sehen. Oft sitzt man auf einfachen Plastikstühlen und die Garküche dampft neben Ihnen. Das schreckt einen auf den ersten Moment ab, aber wenn man dort ist, erlebt und erfährt man mehr über die Gewohnheiten der Menschen. Außerdem gehört ein kleines Abenteuer auf solch einer Reise dazu. Solange alles gut gekocht ist, kann man problemlos die Gerichte essen. Man kann Magenprobleme auch im Hotel bekommen, nicht nur auf der Straße.

Ich sage oft zu meinen Kunden, aus Sicherheitsgründen sollen Sie Salate oder ungeschältes Obst vermeiden. Aber auf jeder meiner Vietnamreisen gehört der Papayasalat dazu. Ich esse ihn nahezu fast jeden Tag, weil er mir einfach gut schmeckt. Was ich damit sagen möchte ist, handeln Sie nach Ihrem Bauchgefühl. Das Falscheste was Sie machen können ist, „nichts“ zu essen, weil Sie Angst vor dem „Unbekannten“ haben. Dadurch fehlen Ihnen wertvolle Vitamine und Nährstoffe. Bei einer umfangreichen Rundreise benötigt man viel Kraft und Kondition. Mein Tipp: Essen Sie jeden Morgen unsere berühmten „Pho“ Suppen. Es gibt sie fast in jedem Hotel zum Frühstück. Das wichtigste bei der Suppe ist die Brühe, sie ist sehr nahrhaft. Wenn Sie morgens davon ein Schälchen essen, haben Sie für den Tag eine gute Basis und Ihr Körper ist mit wichtigen Nährstoffen gut versorgt.

Das Essen und insbesondere das Kochen in den Familien bedeutet bei uns: Leben, Genießen, Gesundheit, Zusammenhalt, Kommunikation, soziale Kontakte und Freundschaft. Das Essen ersetzt alles! Wenn ein Vietnamese Sie zum Essen zu sich nach Hause einlädt, geht es dabei nicht um das Essen selbst, sondern wie oben erwähnt um viel mehr. Es kann auch vorkommen, dass der Vietnamese Sie nicht als Erstes danach fragt, ob es Ihnen gut geht, sondern er könnte fragen „Haben Sie schon gegessen“? Wenn Sie von einem Vietnamesen zum Essen eingeladen werden, lehnen Sie die Einladung nicht ab, das gilt als unhöflich! Sinn der Einladung ist es vielmehr, das man möchte Sie einfach nur näher kennenzulernen und seine Gastfreundschaft zeigen.

Die vietnamesische Küche
Man kann die vietnamesische Küche eigentlich in drei Kategorien einteilen, die mit den jeweiligen Regionen zusammenhängen. Da der Norden Vietnams die Wiege der Vietnamesischen Kultur darstellt, kommen viele bekannte Gerichte, wie beispielsweise „Pho“, auch aus dieser Region. Die Küche des Nordens ist recht traditionell und nimmt es mit der Auswahl der Zutaten und Gewürze ziemlich genau. Der Süden wurde kulinarisch durch die Südchinesen beeinflusst, welche ihre Speisen gerne etwas süßer mögen. Die Küche im Süden hat sich also weiter entwickelt und ist damit exotischer und offener. Außerdem finden zahlreiche Kräuter Verwendung. Die Küche Zentralvietnams unterscheidet sich vom Norden und Süden gleichermaßen. Charakteristisch sind hier die verschiedenen kleinen Beilagen sowie die ausgeprägte Schärfe, verglichen mit den Speisen anderer Regionen.

Eine typische Mahlzeit in einer vietnamesischen Familie beinhaltet normalerweise:
• Reisschälchen für jeden Einzelnen
• Eine Schale mit gebratenem Fleisch oder Fisch
• Eine Schale gebratenes Gemüse
• Canh (eine klare Brühe mit Gemüse und häufig auch Fleisch) oder eine andere vietnamesische Suppe
• Fisch- und/oder Sojasoße zum Dippen

Alle Schalen, bis auf den Reis, sind für den gemeinsamen Verzehr vorgesehen. Die Gäste werden meist vom Gastgeber bedient. Es gilt als unhöflich, die angebotenen Speisen abzulehnen.

Sollten Sie Interesse haben, mehr über vietnamesisches Essen zu erfahren, so planen Sie doch den Besuch einer Kochschule mit in Ihr Programm ein. Solche Kochschulen finden sich in den meisten Gegenden Vietnams. Sie bieten Kurse an, in denen sowohl Anfänger als auch regelrechte Kochprofis auf ihre Kosten kommen. Man kann hier in einfachen Schritten mit sehr viel Spaß kochen lernen. Für nähere Informationen kontaktieren Sie uns!

Kaffee
Verbringt man einmal längere Zeit in Vietnam, diesem beeindruckenden Land, so bemerkt man schnell einen besonderen Brauch der Einheimischen, die Kaffeekultur. Das erklärt, warum man Kaffeeläden im ganzen Land antrifft.

Kaffee wurde im späten 19. Jahrhundert von französischen Kolonisten nach Vietnam eingeführt, woraufhin es schnell zu einem wichtigen Exportland für dieses Produkt wurde. Der Vietnamkrieg unterbrach die Produktion in der Buon Me Thuot Region, dem Zentrum der Kaffeeindustrie. Wenn das Gebiet auch kaum selbst in die Kämpfe verwickelt war, so befand es sich doch genau zwischen dem Norden und dem Süden und wurde weitgehend entvölkert. Die neue Regierung sorgte dafür, dass die Gegend neu besiedelt wurde, um die Kaffeeproduktion wieder aufzunehmen. Ende der 1990er wurde Vietnam nach Brasilien der zweitgrößte Kaffeehersteller weltweit. Im Vordergrund stand dort jedoch der Ertrag von Kaffeebohnen geringer Qualität als Exportware.

Als Bewohner eines der größten Exportländer von Kaffee genießen die Vietnamesen Kaffee ganz besonders. Die meisten entspannen sich während der Kaffeepause am besten. Sie erfreuen sich dabei nicht nur des guten Geschmacks besten vietnamesischen Kaffees, sondern genießen auch schon die Wartezeit, während der Kaffee langsam aus dem typischen Filter tropft. Oft wird er mit gesüßter Kondensmilch getrunken.

Tee
Vietnamesischer Tee ist hauptsächlich schwarzer Tee, der in Vietnam angebaut wird. Schwarzer Tee aus Vietnam wird häufig als Billigware betrachtet und zum Mischen benutzt. Diese Auffassung ist jedoch nicht ganz richtig, da es viele wirklich gute Tees gibt, vor allem aus konventioneller Produktion. Die Tees von hoher Qualität weisen zum Teil einen sehr hohen Anteil heller Blattspitzen auf und sind mit Keemun sowie Yunnan Tees vergleichbar, jedoch etwas süßer und weniger rauchig im Geschmack.

Die Teeplantagen befinden sich hauptsächlich in den gebirgigen Regionen im Norden sowie im nördlichen Zentralvietnam. Der erste Nachweis für Teeanbau in Vietnam stammt aus dem Jahre 1955 und besagt, dass eine Fläche von ungefähr 5.400 Hektar dafür genutzt wurde. 1975 waren es bereits 39.000 Hektar und zurzeit beträgt die Anbaufläche in etwa 70.000 Hektar. Wie andere asiatische Länder pflegen auch die Vietnamesen ihre einzigartige Teezubereitung, wobei sie sich als wahre Feinschmecker erweisen.

Die Vietnamesen laden sich nicht einfach nur zum Tee ein, um das Getränk zu genießen, sondern auch, um sich besser kennenzulernen und Freundschaften zu festigen. Wenn sich Vietnamesen zum Tee einladen, führt das zu einem Gespräch über Familie und Gesellschaft, man unterhält sich über Gott und die Welt. Der Besuch auf einen Tee bringt einander näher.

Sitten und Bräuche
Familie und Stellung der Frau

In Vietnam ist der Familienzusammenhalt sehr viel wichtiger als heutzutage in den westlichen Ländern. Das Wohl der Familie geht über das Wohl des Einzelnen. Vietnam besitzt kein funktionierendes soziales Netz, welches den armen und hilfsbedürftigen Menschen ein menschenwürdiges Leben ermöglichen könnte. Die Familie bietet nicht nur soziale, sondern auch finanzielle Sicherheit. Traditionell leben 3 – 4 Generationen unter einem Dach und es existiert eine strenge Familienhierarchie. Der Vater ist das Familienoberhaupt, welcher ein Vetorecht besitzt. Die Rolle der Frau in der vietnamesischen Gesellschaft hat sich insofern geändert, dass sie nicht mehr Untertan ihres Mannes ist. Trotzdem ist es meistens so, dass der Vater die letztendliche Entscheidung trifft.

In der neuen Generation, vor allem in Großstädten, haben Frauen oft gleiches Mitspracherecht und Gewicht bei der Entscheidungsfindung wie ihre Ehemänner. Immer mehr Frauen strömen an die Universitäten und sind nach Abschluss berufstätig und unabhängig.

Saigon Kreisverkehr

Verkehr und Reisemöglichkeiten

Vietnam besitzt mehrere internationale Flughäfen. Die wichtigsten sind Hanoi (HAN) und Ho Chi Minh Stadt (SGN). Wichtige nationale Flughäfen sind Da Nang (DAD), Hué (HUI), Nha Trang (CXR) und Phu Quoc (PQC).

Das Straßennetz ist weitläufig und Busse fahren auch in die kleinen Orte, so dass Individualreisen mit öffentlichen Bussen möglich sind. Das Bahnnetz verbindet alle großen Städte in Süd-Nord-Richtung. In den Städten gibt es Taxen und Rikschas.

Die meisten Einheimischen sind in ländlicher Gegenden mit Fahrrädern und Mofas unterwegs. In den Großstädten wie Saigon oder Hanoi sieht man auch viele Autos.

Vor allem in Großstädten wie Saigon wirkt der Verkehr auf Reisende völlig chaotisch und „gewöhnungsbedürftig“. Tausende von Fahrzeugen preschen Tag für Tag durch die Straßen, kreuz und quer und völlig durcheinander. Feste Regeln scheint es weder für Autos und Motorräder, noch für Fahrräder und Rikschas zu geben. Trotzdem, es funktioniert! Das Prinzip ist ganz einfach. Eine kleine Gruppe staut sich und drückt dann Meter für Meter vor, bis die anderen warten. Dabei geht es erstaunlich friedlich zu. Die einheimischen Fußgänger passen sich dem Verkehr an, sie laufen einfach in einem bestimmten Rhythmus quer durch den tosenden Verkehr.

Doch die vietnamesische Regierung ist in den letzten Jahren sichtlich bemüht, diesem Chaos Einhalt zu bieten: An großen Kreuzungen sind immer häufiger Verkehrspolizisten und Überwachungskameras im Einsatz.

Flugzeug
Wenn Sie vorhaben nur einige Städte in Vietnam zu besuchen, ist das Fliegen der bessere Weg zu reisen. Inlandsflüge sind täglich verfügbar. Luftfahrtgesellschaften von Vietnam fliegen z.B. Phu Quoc oder Con Dao an, da es mit anderen Verkehrsmitteln schwierig ist, diese Ziele zu erreichen.

Zug
Es gibt eine regelmäßige Verbindung zwischen Hanoi und Ho Chi Minh Stadt (Saigon) und zwischen den meisten Städten. Einige Menschen bereisen gerne auf diese Weise das Land, da sie dabei die Landschaft und die Menschen hautnah erleben können. Bei den Fahrkarten ist erlaubt, die Reise an den Hauptregionalstädten wie Hue, Da Nang und Nha Trang zu unterbrechen. Die Fahrt von Hanoi nach Saigon dauert zwischen 36 bis 48 Stunden, abhängig vom Dienst, der genutzt wird. Fahrgäste können einen Schlafwagen, Schlafsitz oder die Economyklasse buchen.

Bus
Vietnam hat regelmäßige Busverbindungen, welche die entferntesten Ziele im Land verbinden. Die Busfahrt ist preiswert, bietet aber keinen Komfort.

Taxi
In den Hauptregionalstädten ist die bequemste Art zu fahren, die Nutzung des Taxis. Bevor Sie in das Taxi einsteigen, vergewissern Sie sich, dass das Fahrzeug ein Taxameter besitzt und erkundigen sich vorher beim Fahrer, was die Fahrt ungefähr kosten würde. Verglichen mit einer Rikschafahrt und anderen Verkehrsmitteln, bieten Taxen einen besseren Service.

Hinweis Rikschafahrten bei Nacht
Von Rikschafahrten bei Nacht wird abgeraten.

Mietwagen
Es gibt in Vietnam keine Möglichkeit einen Mietwagen zu leihen. Auch darf man als Ausländer nicht hinter dem Steuer sitzen, da die Ausländer mit den Fahrgegebenheiten in Vietnam nicht klarkommen würden.

Schiff
Vietnam mit dem Schiff ist ein gesonderter Unterpunkt bei den Reisezielen.

Vietnamesische Feste

Die Teilnahme an vietnamesischen Festen ist der beste Weg, um die Kultur und die Tradition des Landes kennenzulernen. Diese Feste sind sehr ausdrucksvoll, für jeden leicht zugänglich, meist auch in der Nähe der Urlaubsdestinationen und daher gut erreichbar. Das wichtigste Fest ist das Tet-Fest (Neujahrsfest), die vietnamesische Version des chinesischen Neujahrs. Die meisten Geschäfte sind geschlossen und die Besichtigung von Sehenswürdigkeiten ist nicht möglich.

Das Tetfest
Das größte Ereignis im Jahr ist das Neujahrfest „Têt“, das sich nach dem Mondkalender richtet und zwischen Februar und März fällt. In den Wochen davor und danach ist es fast unmöglich Zugfahrkarten innerhalb und Flüge nach Vietnam zu bekommen. Die Vietnamesen feiern traditionell mit der gesamten Familie. Das Haus wird von oben bis unten geputzt und mit Kumquat-Bäumchen sowie blühenden Pfirsichzweigen geschmückt. Geschenke spielen an Tet eine untergeordnete Rolle. Nur die Kinder werden mit einem kleinen roten Briefumschlag beschenkt, in dem einige kleine neue Banknoten stecken.
„Têt“, ist ein sehr versöhnliches Fest, vergleichbar wie das Weihnachten in Deutschland. In den ersten drei Tagen des neuen Jahres vermeidet jeder, Ärger oder Missmut zu zeigen. Es werden Verwandte, Lehrer, Freunde und Arbeitskollegen besucht, die Ahnen geehrt und sich der Familie sowie dem Bewirten von Gästen gewidmet. Dabei ist die Auswahl des ersten Gastes des neuen Jahres besonders wichtig, denn wer als erster ein fremdes Haus betritt, bestimmt das Geschick seiner Bewohner für den Rest des Jahres. Daher sollte man auch als Ausländer an „Têt“ niemals unangemeldet kommen, sondern stets warten, bis man eingeladen wird! Und man sollte viel Hunger mitbringen, denn an keinen anderen Tagen im Jahr wird in Vietnam so viel geschlemmt wie zu Neujahr.

Weitere Feste und Gedenktage
• Im späten April wird der 10. Tag des dritten Mondmonats dem Königstod des ersten Königs Hung gewidmet.
• 30. April – Befreiungstag des südlichen Vietnams und Saigons (1975)
• 1. Mai – Tag der Arbeit
• 2. September (1945) – Nationalfeiertag. Die Unhabhängigkeit von Hanoi wird gefeiert.
• September/Oktober – wichtigstes Fest der Cham-Minderheit

Reisfelder Vietnam

Reiseziele Vietnam


Hanoi – die charmante Hauptstadt

Die Hauptstadt ist Sitz der Regierung der Sozialistischen Republik Vietnam. Die Einwohnerzahl beträgt ca. 8 Millionen. Entfernung: 1.600 km von Saigon. Hanoi ist eine quirlige Millionenstadt. In der Rushhour und an den Abenden herrscht viel Verkehr auf den Straßen. Vieles spielt sich auf den Straßen ab. Hanoi bietet jedoch auch Ruhezonen durch seine wunderschönen Seen und Flüsse und sorgt für romantische Augenblicke. Die Stadt bietet vor allem Kulturinteressierten einzigartige Beispiele der traditionellen noch erhaltenen vietnamesischen Architektur, z.B. den Literaturtempel, die zierliche Ein-Säulen-Pagode und die eindrucksvolle But Thap Pagode. Sehr sehenswert sind auch (um nur ein paar der zahlreichen Sehenswürdigkeiten zu nennen) das alte Stadtviertel, das Mausoleum Ho Chi Minhs, das Ethnologische Museum, der Jadeberg-Tempel, der Hoan-Kiem-See, das Wasserpuppentheater, das französische Viertel. Internationale Firmen, Banken und Weltorganisationen haben in der Stadt ihren Sitz. Nach Saigon ist Hanoi das zweite Wirtschaftszentrum des Landes.

Halong Bay – Weltkulturerbe der UNESCO
Die Halong Bucht steht unter UNESCO Weltkulturerbe und gilt als einer der schönsten und spektakulärsten Landschaften Südostasiens. Es gibt mehr als 3.000 zerklüftete Kalksteinfelsen zu bestaunen. Halong bedeutet soviel wie „absteigender Drache“. Die vielen Kalkberge werden ihrer Formen wegen nach Tieren benannt (Elefant, Büffel, Schildkröte). Es gibt auf den Inseln viele Höhlen und Grotten zu besichtigen. Die Halong Bucht bietet nicht nur verschiedene Bootstouren in die zauberhafte Inselwelt der Fels-, Mangroven- und Grottenlandschaft an. Sie dient vor allem den Einheimischen als Fährhafen für die Kohleverschiffung in Hon Gai.

Sapa – naturbelassenes Landleben im Norden
Sapa ist ein idealer Ort für Trekking- und Bergtouren. Am besten erreicht man Sapa von Hanoi aus. Die Entfernung beträgt ca. 300 km von der Hauptstadt. Sehenswert ist die malerische Landschaft Sapas mit Ihren Reisterrassen, Stelzenhäusern, Albino-Wasserbüffeln und Bergvölkern. Die dort lebenden Minderheitsgruppen Hmong und Dao sind vor allem für ihren Anbau von Obst, Gemüse, Tee und Zimt bekannt. Im Hoang-Lien-Son Naturreservat, das ca. 9 km von Sapa entfernt ist, befindet sich der höchste Berg Vietnams mit einer Höhe von 3.143 m. Der Berg bietet einen atemberaubenden Panoramablick über Nordwest-Vietnam.

Hue – die alte Kaiserstadt
Hue ist die ehemalige Kaiserstadt Vietnams und mehr als 140 Jahre (bis 1945) Hauptstadt des Landes gewesen. Kaiserliche Bauten, alte Tempel und Gebäude im französischen Stil prägen die Stadt heute noch. Sehenswert ist die erhaltende Thien Mu Pagode und die Kaisergräber der Nguyen-Dynastie, die mit einer Bootsfahrt durch den Parfümfluss zu erreichen sind. Die Zitadelle von Hue wurde Anfang des 19. Jahrhunderts (nach dem Vorbild Pekings „Verbotene Stadt“) erbaut und sollte der Kaiserstadt zur Verteidigung und zum Schutz dienen. Täglich zu beobachten gibt es den lebhaften Dong Ba Markt.

Wolkenpass – durch die Wolken
Der Wolkenpass ist ca. 500 m hoch, hat eine Länge von 20 km und stellt die Klimagrenze und Wetterscheide zwischen tropischen Süden und subtropischen Norden Vietnams dar. Er befindet sich ca. 25 km von Da Nang entfernt. Die reizvolle Landschaft ist spektakulär, die Fahrt durch den Hai Van Pass und das Marmor Gebirge ist atemberaubend.

Danang (Südliche Zentralküste) – schöne Strände
Danang ist ca. 760 km südlich von Hanoi entfernt und ein ideales Badeurlaubsziel. Die Strände Khe My und Non Nuoc (auch China Beach genannt) gehören zu den schönsten Stränden Vietnams. Touristen, die Ruhe suchen und hohe Ansprüche stellen, sind hier genau richtig. In Danang gibt es verschiedene Märkte, auf denen sich das Einkaufen lohnt. Man findet dort Kunsthandwerke und verschiedene Korbwaren. In der Nähe Danangs gibt es viele Ruinen der Cham-Kultur, eine der mächtigsten Dynastien Südostasiens. Sehenswert ist das Cham-Museum mit der weltweit größten und bedeutendsten Sammlung dieser Kunstepoche. Nicht weit vom Museum gelegen befindet sich an der Tran Phu Straße die im Jahre 1923 von den Franzosen errichtete Kathedrale.

Hoi An – die ehemalige Handelsstadt
Die schöne Stadt blieb vom Vietnamkrieg relativ unberührt. Dadurch gibt es in Hoi An eine Reihe von Holzgebäuden, die aus der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts stammen. Die Architektur der Stadt besitzt Merkmale, die nur noch selten zu sehen sind. Die Altstadt von Hoi An mit den Jahrhunderte alten chinesischen Händler- und Versammlungshäusern steht unter dem Schutz der UNESCO als Weltkulturerbe. In dieser Stadt bekommt man den Flair von vergangenen Epochen deutlich zu spüren. Hoi An war vom 17. bis Anfang des 19. Jahrhunderts eine der wichtigsten Hafen- und Handelsstädte Südostasiens. Heute ist der Tourismus ein wichtiger Faktor. Eine Bootsfahrt auf dem Thu Bon ist empfehlenswert.

My Son – ehemaliger Sitz der Cham-Kultur
My Son ist eine Tempelstadt in Zentralvietnam und wurde im Jahr 1999 zum Weltkulturerbe erklärt. Sie befindet sich in einem grünen Tal, umgeben von dem Katzenzahnbergen (Hon Quap). Leider wurden große Teile im Vietnam-Krieg verwüstet. Seit dem 2. oder 3. Jahrhundert entstand an der Küste Vietnams die Cham-Kultur. Kulturell war diese stark von der indischen Kultur beeinflusst, was sich insbesondere in der Übernahme hinduistischer Glaubensvorstellungen und Kunst ausdrückte. Heute ist My Son eine der beeindruckensten Sehenswürdigkeiten im Gebiet von Hoi An und gleichzeitig die wichtigste Fundstätte der Cham-Kultur.

Boun Me Thuot – schöne Wasserfälle, Dschungeltouren
Boun Me Thuot ist die Hauptstadt der ethnischen Minderheiten. Die kleinen Dörfer in der Umgebung und ihre reizvollen Landschaften machen Boun Me Thuot zum lohnenden Ausflugsziel. Die Reis-/Maisfelder, Rinderherden sowie Kaffee-, Tee- und Kautschukplantagen prägen das Bild der größten Provinz des Landes. Ebenfalls bekannt ist sie für ihre Elefanten. Die Seen, vor allem der Dac-Lac-See im Süden sind für ihren Fischreichtum bekannt. Sehenswert ist das Dac-Lac-Museum, in dem man sehr viel über die Provinz, ihrer Kultur, ihre Flora und Fauna erfährt. In der Nähe des Kulturzentrums findet gelegentlich eine Tanzaufführung der Bergvölker und täglich ein großer Lebensmittelmarkt in der Quang Trung Straße statt.

Da Lat – Paris des Südens
Da Lat ist die Hauptstadt der Provinz Lam Dong (Zentrales Hochland). Der Reiz des Hochplateaus wurde schon frühzeitig erkannt. Ein ganzjährig sehr mildes Klima führt dazu, das Da Lat auch die „Stadt des ewigen Frühlings“ genannt wird. Das 1.475 m hoch gelegene Da Lat wurde schon in der Kolonialzeit der Franzosen zum Ferienort und Erholungsort gekürt. Beeindruckend sind die Täler, die Tempelanlage von Chu Thien Vuong, die sich auf einem Berg befindet, auf der Boa Loc Hochebene die weiten Teeplantagen, die Maulbeerfelder und die sanft geschwungene Hügellandschaft mit intensiv duftenden Frangipani-Bäumen. Sehenswert ist der Palast des Kaisers der letzten Nguyen-Dynastie Namens Bao Dai und das europäische Viertel, in dem sich restaurierte Kolonialbauten befinden. Die Häuser dienen heute zur Unterbringung von Gästen.

Nha Trang – beliebter Badeort
Nha Trang ist seit einigen Jahren Vietnams beliebtester Badeort. Hier trifft man auf einheimische Familien genauso wie auf Touristen, die sich am 7 km langen Strand sonnen. Viele kleine Cafes und Fischrestaurants schmücken die Uferpromenade, von der man einen wunderbaren Blick auf das Treiben der Wassersportler und Händlerinnen hat, die Getränke und Obst verkaufen sowie Massagen anbieten. Die eigentliche Anziehungskraft gewinnt Nha Trang jedoch durch seine geografische Lage. In einer Bucht am Südchinesischen Meer wird die Stadt von einer Bergkette begrenzt. Direkt vor der Küste liegen kleine grüne Inseln, die wie geschaffen dafür sind, unter Palmen zu träumen. Es gibt außerdem viel zu sehen, wie z.B. die Long-Son-Pagode, wo der weiße Buddha verehrt wird oder den Po Nagar Cham-Tempel, der aus vier Türmen besteht und der Schutzgöttin der Stadt gewidmet ist.

Phan Thiet – wunderschöne Resorts, rote Sanddünen
Phan Thiet ist ca 200 km von Saigon entfernt. Ein beliebtes Badeurlaubziel vieler Touristen. Der 21 km lange Strand ist umgeben von vielen Hotels und Bungalowanlagen. Der berühmteste Sandstrand an der Küste ist Mui Ne Beach. Unter Kokospalmen führt die Straße zu kleinen Siedlungen und Strandrestaurants. Sehenswertes in Phan Thiet und Umgebung ist der Fischmarkt südlich am Ende der Trung Trac Straße und die Ong-Pagode, die vor allem von kinderlosen Frauen besucht wird, die um Nachwuchs beten. In der Umgebung von Phan Thiet wird die berühmte Nuoc Mam (Fischsoße) fabriziert. Ihr Geruch mag für manche Europäer gewöhnungsbedürftig sein. Sie ist jedoch so beliebt, dass sie in keinem der Gerichte fehlen darf. Die großen roten Sand-Dünen an Cap Mui Ne, die zahlreiche Fotografen begeistern, gehört schon fast zum Pflichtprogramm.

Ho Chi Minh City (Saigon) – die pulsierende westliche Stadt
Die Einwohnerzahl in Ho Chi Minh Stadt, ehemals Saigon, beträgt ca. 9 Millionen. Saigon gilt in der heutigen Zeit als modern und westlich orientiert. Die Stadt ist sehr lebendig und gilt als impulsivste Stadt Vietnams. Es herrscht ein Durcheinander auf den Straßen, ein Getümmel von Fußgängern, Mofas, Fahrrädern und Autos. Es gibt zwar Verkehrsregeln, aber kaum einer hält sich daran. Beim Überqueren der Straße sollte man weder laufen noch stehen bleiben. Es ist besser man bewegt sich langsam über die Straße. Sehenswert sind hier z.B. die Giac-Lam Pagode, die Hauptpost, das ehemalige Rathaus, die Notre Dame Kathedrale, die größten Märkte Ben Thanh und Binh Tay.

Cu Chi – die unterirdische Stadt (Tunnelanlagen)
In Cu Chi kann man die unterirdischen Tunnel besichtigen, die im Vietnamkrieg als Versteck und zum Schutz dienten. Die Tunnelanlagen wurden über einen Zeitraum von 25 Jahren gebaut. Angefangen hatte alles Ende 1940 als Gegenwehr gegen die übermächtige Kolonialmacht Frankreich. Das System bestand aus mehreren Etagen und hatte zum Schutz eingebaute Falltüren. Es verfügte über speziell angelegte Kommandozentralen, Feldlazarette und Küchen. Im Laufe der Jahre entwickelten die Vietnamesen einfache aber wirkungsvolle Techniken, um die Tunnel schwer auffindbar und unzerstörbar zu machen. In den 30er und 40er Jahren dienten die unterirdischen Räume hauptsächlich noch als Waffenlager, allmählich wurden die Räume durch Gänge miteinander verbunden. Heute sind die Tunnel ein wichtiges touristisches Ziel mit Souvenir-Shops und Gedenkstätten sowie einem buddhistischen Tempel. Zudem kann man ein 90 m langes Stück der unterirdischen Gänge, die extra für westliche Touristen auf 1,20 m Höhe und 0,80 m Breite vergrößert wurden, besichtigen.

Mekong-Delta – schwimmender Markt / verzweigtes Deltagebiet
Im Mekong Delta leben viele Menschen noch in Hausbooten, daher gehört auch zu jeder Bootsfahrt auf dem Fluss ein lohnenswerter Besuch des „Schwimmenden Marktes“ und der Obstplantagen dazu. Die Fähren fahren durch viele Wasserläufe und Kanäle. Die südlichste Ecke des Deltas besteht vorwiegend aus Sumpflandschaften, die daher am wenigsten besiedelt sind. Für ornithologisch Interessierte sind die Vogelschutzgebiete Bac Lieu und Tra Su ein ideales Ziel. Für Badeurlauber ist von dort aus eine Bootsfahrt zur Insel Phu Quoc möglich, die mit ihren einmaligen Stränden ein Tourismusziel der Zukunft ist. Die Hotels im Mekong-Delta gehören größtenteils der einfachen Mittelklasse an.

Waldlandschaft

Nationalparks

In Vietnam gibt es 13 Nationalparks, in denen Sie die verschiedenen Naturlandschaften und Tierwelten des Landes erleben und kennenlernen können. Einige sind in entfernten Gebieten und nicht leicht zu erreichen. Die Regierung verstärkt aktuell den Umweltschutz, um damit die Flora und Fauna nachhaltig für die Zukunft noch besser zu schützen.

Exemplarisch sind nachfolgend besonders interessante und sehenswerte Nationalparks kurz beschrieben, mit Angabe des nächsten Flughafens.

Ba Be Nationalpark – Flughafen: Hanoi
Kalksandsteinberge, die sich um den 500 ha großen Ba-Ba-See erheben, sind das besondere Merkmal des Nationalparks. Geprägt ist der Park besonders vom immergrünen Tropenwald, Seen, Höhlen und Wasserfällen. Interessante Treckingtouren führen durch den Park. Jedoch ist dieser Park nicht leicht zu erreichen.

Cuc Phuong Nationalpark – Flughafen: Hanoi
Er ist Vietnams ältester Nationalpark und unbedingt einen Besuch wert. Er wurde 1962 als erstes Naturreservat Vietnams gegründet.

Seine besondere Bedeutung liegt in einer vielfältigen Flora mit ca. 2.000 Pflanzenarten und nur an dieser Stelle erhaltenen uralten Baumriesen. Dort sind Wanderungen im dichten Regenwald ein reizvolles Angebot. In den Kalkbergen sind auch verschiedene Tropfsteinhöhlen zu bewundern.

Es ist ein großartiges Erlebnis, einen der wenigen Primärwälder Vietnams zu entdecken. Die Natur ist so unglaublich schön und überwältigend. Spektakuläre Landschaften und die vielen alten majestätischen Bäume erleben Sie bei Wanderungen, Fahrradtouren auf den gut ausgebauten und beschilderten Wegen. Empfehlenswert ist die Erkundung in Begleitung eines Guide.

Ein Besuch des Primate Rescue Center mit vielen wunderschönen Primaten ist besonders empfehlenswert.

Cat Ba Nationalpark – Flughafen: Hanoi
Der Park liegt auf einer bergigen Insel in der Halong-Bucht.

Verschiedene Ökosysteme, wie die subtropischen Wälder, Sumpfwälder, Korallenriffe und Mangrovenbaumwälder sind das Zuhause vieler Arten von Säugetieren, Vogelarten, Bäumen und Pflanzen, einschließlich vieler mit medizinischem Wert. Dies macht den Park besonders einzigartig.

Aktivitäten wie Wandern oder Fahrradtouren werden angeboten. Der Park ist leicht zu erreichen, weil er in der Halong-Bucht liegt.

Phong Nha Ke Bang Nationalpark – Flughafen: Dong Hoi
Einer der faszinierendsten und größten Parks ist der Phong Nha Ke Bang Nationalpark. Seit 2003 zählt er zum UNESCO Weltnaturerbe und ist als älteste Karstregion Asiens verzeichnet.

Seinen Namen verdankt er der Phong Nha Höhle, die mit ca. 18 km Länge und einer maximalen Deckenhöhe von unglaublichen 83 m, als die größte Höhle der Welt gilt.

Gewaltige Karstfelsen, kilometerlange Höhlensysteme und unterirdische Wasserfälle, der Nationalpark ist ein wahres Paradies für Naturfreunde. Die einzigartige Landschaft beherbergt eine enorme Artenvielfalt und dient 381 Wirbeltierarten, 58 Amphibien- und 121 Säugetierarten als Lebensraum.

Vielfältige Aktivitäten, wie Höhlenwanderungen, Trekkingtouren, Wanderungen, Fahrradtouren, Kajakfahrten und die Beobachtung der Artenvielfalt werden angeboten.

Bach Ma Nationalpark – Flughafen: Hue
Der Park ist reich an biologischer Vielfalt und atemberaubender Naturlandschaft. Seebeobachtungsposten ermöglichen es, das Panorama des Meeres und der Umgebungslandschaft aus besonderer Perspektive zu betrachten. Ebenfalls sehen und erleben Sie das Zuhause von verschiedenen Tierarten, sonderbaren Vogelarten und den erstaunlichen Do Quyen Wasserfall.

Früher galt der Park bereits als sommerliches Erholungsgebiet; noch heute stehen koloniale Villen aus den 1930er Jahren und Gästehäuser auf etwa 1400 m Höhe.

Yok Don Nationalpark – Flughafen: Buon Ma Thuot
Größtes Naturschutzgebiet (58.000 ha) Vietnams ist der Yok-Don Nationalpark.

Der Nationalpark Yok Don ist auf seine Artenvielfalt stolz, die nicht nur Touristen sondern auch Wissenschaftler anzieht. Fast 500 Pflanzenarten, 62 Tierarten und 196 Vogelarten sind in diesem Gebiet anzutreffen.

Cat Tien Nationalpark – Flughafen: Saigon
Der Cat-Tien-Nationalpark steht auf der UNESCO Liste der Biosphärenreservate.

Er hat eine kulturelle und ökotouristische Seite, die die Besucher durch verschiedenste Arten von Touren, einschließlich Trekking, Camping oder der Beobachtung von Tieren erfahren können. Nächtliche Touren bieten Ihnen ein außergewöhnliches Erlebnis. Ein ethnisches Dorf lädt zum Besuch ein.

Auf dem Dong Nai Fluss oder Bau Sau See und auch den anderen Gewässern sind abenteuerliche Bootstouren empfehlenswert.

Geo Bericht

GEO-Pressebericht

vom Jahr 2010, aber zum großen Teil noch aktuell

Durch Vietnam zu reisen ist wie ein Frontalangriff auf die Sinne. Zu ungewohnt die Geräuschkulisse, die ewig knatternden Mopeds, die teils ruppige Sprache, die intensiven Gerüche auf Märkten, das Essen und der manchmal doch recht gewöhnungsbedürftige hygienische Standard. Kurzum: Es ist alles komplett anders als bei uns – und wirkt dadurch faszinierend und rätselhaft zugleich. Unterwegs habe ich manchmal Dinge gesehen oder erlebt, die ich mir durch meine westliche „Brille“, wie man sagt, nicht erklären konnte. Hier hätte ich mir gelegentlich einen Landeskenner an meiner Seite gewünscht, der einige Eigenheiten erklärt. Meine Fragen habe ich nach der Reise aufgeschrieben und die Vietnamesin Hong-Yen Le um Aufklärung gebeten.

1. Markt-Nichteinkäufe

Manchmal beschleicht mich das Gefühl, als wenn bestimmte Märkte exklusiv für westliche Gäste abgehalten werden, so etwa der Ben Than Markt in Ho Chi Minh City (einer der größten Märkte in der Stadt, in dem früher oder später fast jeder Tourist einmal landet). Kaum schiebe ich meinen ersten Flip-Flop in die Halle, surren die Verkäuferinnen um mich herum. „Madam, wanna buy T-Shirt“, „Madam look here“, „Madame buy coffee“, sie zippeln an meinen Rock herum, halten mich am Arm fest, zupfen und zerren und halten Textil unter meine Nase. Egal wie starke Nerven man hat – und wie groß der Wunsch nach Shopping ist, ich halte diese Bedrängnis nicht lange aus und stürme an allen Ständen vorbei. In meinem Einkaufskorb liegen am Ende der Reise durch Vietnam: ein Küchensieb, zwei Kochlöffel und Plastikschälchen. Gekauft im Supermarkt, wo mich niemand beim Stöbern störte. Wie hält der Vietnamese dieses intensive Markt-“Erlebnis“ aus? Oder anders gefragt: Warum lässt einen keiner in Ruhe einkaufen?

Hong-Yen Le: Die Antwort ist ganz einfach: Es geht ums Überleben! Die Menschen haben kein soziales Netz, kein Amt, das sie mit Geld unterstützt, wenn sie arbeitslos werden. Mit dem Geschäft müssen sie meist die gesamte Familie versorgen. Daher ist das Verkaufen so aufdringlich, weil jeder Cent dringend benötigt wird. Wer wie ich aus Vietnam kommt, kennt die Armut, die dahinter steckt. Touristen werden besonders oft angesprochen, da sie höhere Einnahmen bedeuten. Mein Rat: Locker bleiben und daran denken, dass man mit einem Einkauf womöglich schon für „das Geschäft des Tages“ gesorgt hat.

2. Same same, but different

Ich lasse mir einen Mantel in der für eine Vielzahl an Schneidereien bekannten Stadt Hoi An maßschneidern. Das Muster hängt im Schaufenster der Schneiderei, passt und soll in einer anderen Farbe neu genäht werden. Der fertige Mantel kommt in Größe Zero, Ausatmen zwecklos, der Gürtel – im Muster auf Hüfthöhe – klebt nun direkt unter der Brust, die Knöpfe sind braun statt schwarz. „Vietnamese women like“, wird meine Reklamation gemildert. Mag sein, aber soweit ich es beurteilen kann, bin ich keine Vietnamesin. Das versteht die Schneiderin dann auch – und ändert den Mantel, und noch einmal. Das Ergebnis: Ich kann zwar im Mantel atmen, die Knöpfe bleiben braun, der Gürtel sitzt – tiefer. Ich gebe auf. Geben vietnamesische Frauen auch so schnell auf?

Hong-Yen Le: Als erstes muss man wissen: Vietnamesen tragen ihre Kleidung gerne eng am Körper. Je enger, desto besser könnte man meinen. Kleidung wird daher für westliche Standards meist etwas zu eng geschneidert – oder sie läuft später so sehr ein, dass nach dem Waschen nichts mehr passt. Denn: Viele waschen ihre Wäsche mit der Hand und mit kaltem Wasser. Am besten man sagt der Näherin gleich, dass sie die Teile größer schneidern soll. Mit Aufgeben hat das Ganze also nichts zu tun, sondern mit Gewohnheit.

3. Feilschen – oder nicht feilschen?

„For you only 100 000 Dong“, „I make special price for you…“ Typische Sätze beim Einkauf in Vietnam, sehr typisch. Um eines vorweg zu sagen: Klar haben wir Westler mehr Geld als die Marktfrau und der Schneider und der Souvenirverkäufer, und daher ist es auch vollkommen in Ordnung, tendenziell etwas mehr zu zahlen als der Einheimische. Aber beschupsen lässt sich trotzdem keiner gern. Daher gilt es bei solchen Spezialangeboten – „einzig allein für mich“ – zu feilschen. Nur wie macht man es richtig? Besonders wenn man die Preise nicht kennt, nicht weiß, ob ein Kilo Mangos nun umgerechnet drei Euro kostet – oder womöglich nur die Hälfte – oder noch weniger? Und wo ist Feilschen eigentlich angebracht? Bei Lebensmitteln? Nur auf dem Markt? Beim Wasserkauf auf der Straße? Beim Schneider? Besonders verwirrt hat mich auf der Insel Phu Quoc, dass manchmal selbst der Feilsch-Trick nicht funktionierte: Bei der Preisangabe empört aufblicken, energisch mit dem Kopf schütteln, weggehen und hoffen, dass man ein leises „Okay, Madam, how much?“ hört. Feilscht man womöglich gar nicht in Vietnam?

Hong-Yen Le: Das Feilschen gehört bei uns einfach dazu. Anders als hier in Deutschland, wo alles mit festen Preisen ausgezeichnet ist. Eine Faustregel zum Feilschen gibt es allerdings leider nicht. Man sollte die Preise am besten als erstes in Euro umrechnen, dann abschätzen, ob der Preis realistisch klingt (das ist nicht der Fall, wenn er höher als in der Heimat ist) – und dann nach Gefühl handeln. Einen besseren Tipp habe ich leider auch nicht. Auf Phu Quoc kann es sein, dass der Preis womöglich schon sehr niedrig angesagt war. Die Dinge müssen kostspielig auf die Insel gebracht werden, da war vermutlich einfach kein Handlungsspielraum drin. Ansonsten auch hier der Ratschlag: Locker bleiben. Ein paar Dong mehr schaden Ihnen nicht, den Menschen vor Ort aber helfen sie viel.

4. Deko – oder Werkzeug?

Ich mache Sightseeing in Hanoi. Mr. Thang, mein Guide, schnappt sich meine Karte, fährt mit dem Finger über die Viertel und erklärt, wo wir sind. Dabei unübersehbar: sein überdimensional langer, zwei Zentimeter etwa, leicht gelblich gefärbter, spitz zulaufender Nagel am kleinen Finger. Nicht nur Mr. Thang trägt seinen kleinen Nagel gerne XXL, auch viele andere Männer im Land. Der menschliche Bohrer ist scheinbar nicht nur Deko – auch Werkzeug. Die praktische Fingerverlängerung wird gerne zur Körperhygiene (Ohren, Nase) und Massage (Kopf) benutzt. Wieso tragen gerade Männer ihre Nägel extralang?

Hong-Yen Le: Sie haben die Frage bereits selbst beantwortet: als Werkzeug für die Ohren und Nase! In Vietnam gibt es keine Wattestäbchen bzw. nur in teuren Supermärkten, was sich die wenigsten leisten können, daher ist der Fingernagel praktischer Ersatz.

5. Milch statt Cola

Es sei der letzte Schrei, wurde mir gesagt. Hippe Vietnamesen, die das In-Getränk schlechthin ordern: Vollmilch. Am liebsten eiskalt und mit einem ordentlichen Schuss Zucker. In der Tat: Ich sehe etliche Youngsters, gestylt mit coolen Sonnenbrillen bei 35 Grad im Schatten über dem Milchglas sitzen und frage mich: Ist Milch die neue Cola?

Hong-Yen Le: Cola ist nach wie vor in. Doch Milch ist das Getränk für die Reichen. Während normale Menschen keine Milch trinken, da sie es nicht leisten können, präsentieren Wohlhabende ihren Status mit der Milch aus dem modernen Westen. Man fällt damit auf – und Auffallen ist cool.

6. Hocke mit Haltung

Der Vietnamese hockt. Egal, wohin man schaut. Den Hintern knapp über den Boden balancierend, die Knie dabei leicht aneinander gepresst. Stundenlang und überall. Auf Märkten, an Straßenrändern, am Hafen, in Hotels. Wie halten die Leute das aus? Und warum nehmen sie nicht einfach einen Hocker mit?

Hong-Yen Le: Lange hocken ist reine Übungssache. In Vietnam ist oft kein Stuhl in der Nähe, deshalb hockt man einfach. Wir hier in Deutschland können es nicht, weil wir es nicht gewohnt sind. Die Vietnamesen nutzen schon Stühle, wenn welche in der Nähe sind. Aber es gibt auch Arbeiten, welche man nur am Boden ausbreiten kann aus Platz- oder Tischmangel, etwa auf den engen Märkten. Da muss man tief sitzen, um gut arbeiten zu können – und Bücken wäre noch viel beschwerlicher. Also ist die logische Folge: Man hockt!

7. Helme – das Superaccessoire?

Jeder Moped-Fahrer trägt Helm. Das überrascht. Denn als ich das letzte Mal in Vietnam war, waren Fahrer mit Helm in aller Regel Austauschstudenten aus Europa und den USA. Mittlerweile scheint Fahren ohne Helm aus der Mode gekommen sein. Oder ist der Helm nun Mode? Denn die Vielfalt an Designs ist überragend. Kinder tragen Helme in Marienkäferform (inklusive kleiner Drähte für die Fühler, die im Fahrtwind von links nach rechts baumeln), Eltern Militärhelme und Kopfbedeckungen, die eher an Sonnenhüte samt Krempe erinnern als an eine schützende Schicht. Und wenn der Helm erstmal auf dem Kopf sitzt, bleibt er auch dort: Der Vietnamese trägt ihn auf der Fähre, beim Fischen, beim Check-In am Flughafen und im Café. Sind Helme so etwas wie ein Modeaccessoire?

Hong-Yen Le: Vor etwa zwei oder drei Jahren war Helmtragen noch keine Pflicht. Der Helm an sich ist neu, und alles, was neu ist, ist auch angesagt. Hinzu kommt, dass der Vietnamese ziemlich eitel ist und auf sein Äußeres achtet. Ein Helm ist kein Helm, er ist ein Accessoire und muss besonders gut aussehen. Die Vietnamesen erfreuen sich sehr an solchen Dingen, die aus dem Westen kommen.

8. Thank you for thanking you

Bei jedem Löffel, jeder Serviette, jedem Getränk und natürlich der Hauptspeise, die sie auf meinen Tisch stellt, sagt die Kellnerin „thank you“. Auch ich sage „thank you“, weil man das so macht als höflicher Mensch. Sie sagt „thank you“ für die Karte, „thank you“ für die Getränke, „thank you“ fürs Abräumen. Auch andere Kellner und Kellnerinnen bedanken sich immerzu, ohne, dass ich etwas für sie getan hätte. Nach den ersten „thank you“-Gewittern schaue ich mir die Vietnamesen an den Nachbartischen an. Nichts. Kein Gast, kein Kellner sagt „thank you“. Es schaut noch nicht einmal jemand auf, wenn Teller gebracht oder abgeräumt werden. Ich bin ratlos. Sagt man hier eigentlich gar nicht danke?

Hong-Yen Le: Tatsächlich sagt man hier nicht unbedingt danke – sondern nutzt stattdessen viel Gestik und Mimik. Ich vermute, die Kellnerin wusste nicht, ob Sie ihre Gestik verstehen und war unsicher, was sie sagen sollte. Da viele nicht sehr gut Englisch sprechen, sagt sie dann halt sehr oft „thank you“, um die Situation aufzulockern.